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Inhalt erklärt
Hier befinden sich grundsätzliche Informationen zur Physiotherapie

Was ist Physiotherapie?

Die Physiotherapie befasst sich damit, innerhalb der Bereiche Förderung, Prävention, Behandlung und Rehabilitation das Bewegungspotenzial am Menschen zu identifizieren und zu maximieren sowie allfällig bestehende Schmerzen zu therapieren. Zur Physiotherapie gehört auch der Interaktionsprozess zwischen Physiotherapeutinnen/Physiotherapeuten und PatientInnen, KundInnen, Angehörigen oder Betreuungspersonen. Im Verlauf dieses Prozesses wird das Bewegungspotenzial eingeschätzt und es werden gemeinsam Therapieziele festgelegt, wobei Kenntnisse und Fähigkeiten herangezogen werden, über die nur Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten verfügen.

Die Physiotherapie bietet den Menschen Lösungsansätze, mit denen Einschränkungen und Beeinträchtigungen der Bewegungs- und Funktionsfähigkeit (durch Krankheit oder Unfall und/oder Verhaltensfehler) sinnvoll und funktionsorientiert behandelt und/oder korrigiert werden können.
Dabei bezieht sich die Physiotherapie auf die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO), welche die Gesundheit als einen Zustand des umfassenden körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht lediglich mit dem Freisein von Krankheit und Gebrechen definiert.

In Anlehnung an diese Definition hat die WHO im Jahre 2001 die International Classification of Functioning Disability and Health (ICF - Klassifikation für Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) geschaffen. Als Basis der ICF werden die Kriterien Körperfunktion und Körperstrukturen, Aktivitäten und Partizipation, Umweltfaktoren, Persönliche Faktoren beschrieben. Die Berücksichtigung der ICF ermöglicht es, die biologischen, psychologischen, sozialen und individuellen Aspekte einer erkrankten Person in den physiotherapeutischen Zusammenhang zu stellen.

 

Ablauf

Befunderhebung, Physiotherapiediagnose, Therapieziele, Planung, Interventionen und Erfolgskontrollen sind die Schritte im Ablauf einer Physiotherapie (siehe Schema Ablauf einer Physiotherapie), die sich immer gleich bleiben. Als erstes hört sich die Physiotherapeutin die Krankengeschichte des Patienten genau an (Aufnahme der Krankengeschichte), dann untersucht sie ihn mit spezifischen Tests und Messungen (körperliche Untersuchung). Die Krankengeschichte und die Untersuchung bilden die Befunderhebung.

Anhand der Untersuchungsergebnisse wird die Physiotherapiediagnose gestellt. Zusammen mit der Patientin (gegebenenfalls Angehörigen oder anderen Betreuungspersonen) werden Behandlungsziele festgelegt und die Behandlung geplant.

Behandelt wird nach den Grundlagen der evidence based practice (EBP). Parallel zu der Durchführung der Behandlungstechniken werden die Patientinnen individuell informiert, geschult und beraten. Während der Behandlung werden die Fortschritte überprüft und am Schluss wird evaluiert, ob die Ziele erreicht worden sind. Alle Schritte im Ablauf der Physiotherapie werden schriftlich dokumentiert.

Qualität

Mit einer kontinuierlichen Qualitätsverbesserung ("Continuous quality improvement, CQI") wird die gesamtschweizerische Etablierung der Qualitätskultur fortgeführt.

Konkret wird auf die Indikations- und Ergebnisqualität (Outcome-Projekt) und auf die Erkenntnisse der Auswertungen des Qualitätsberichtes 2004 fokussiert.

Die Ausrichtung auf die Kundenorientierung hat zum Ziel, auf wirtschaftlicher Basis (Art. 56/1 KVG resp. Art. 54 UVG) eine angemessene Behandlung und eine hohe Zufriedenheit von Patienten und Bezugspersonen zu erreichen sowie von internen und externen Kunden. Prozess- bzw. Ablaufmanagement, der Einbezug der Mitarbeitenden, die Fort- und Weiterbildung und die Verantwortung des Inhabers bilden das Zentrum der Aktivitäten.

Das Qualitätskonzept und Qualitätsprogramm orientiert sich am aktuellen Gesundheitsmodell der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem ICF-Modell. Das ICF-Modell umschreibt die Dimensionen Körperstrukturen / Körperfunktionen, Aktivität und Partizipation (Bodily structures / Bodily functions, Activity, Participation) sowie deren Interaktionen, inklusive den damit verbundenen Kontextfaktoren. Die Erkenntnisse der aktuellen ICF-Forschung werden zur Verbesserung der Qualität umgesetzt.

Teilrevision des Fachhochschulgesetzes

Im Mai 2004 hat die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) beschlossen, dass unter anderem die Physiotherapieausbildung nur noch auf Fachhochschulstufe stattfinden solle. Im Winter 2005 hat das eidgenössische Parlament der Teilrevision des Fachhochschulgesetzes zugestimmt.

Damit wurde die Bahn frei für eine Reorganisation der Grundausbildung Physiotherapie.
Seit 2002 hatte die Romandie an 3 Standorten (Genf, Lausanne, Leukerbad) die Physiotherapiegrundausbildung auf Fachhochschulstufe angeboten.
Seit Herbst 2006 findet die Grundausbildung nun schweizweit in Fachhochschulen (FH) statt, das Bundesamt für Bildung und Technologie (BBT) hat 4 Standorte für Fachhochschulen Gesundheit bestimmt: Zürich/Winterthur, Bern, Romandie, Tessin.
Die Grundausbildung in der Fachhochschule schliesst mit einem Bachelor of Science (BSc) ab.

Die altrechtlichen Ausbildungen auf Stufe Höhere Fachschule (HF) enden spätestens 2010. Für die Anerkennung dieser Ausbildungen ist das SRK (Schweizerische Rote Kreuz) zuständig. Für die Anerkennung der BSc ist das BBT designiert.

Der Wechsel von HF zu FH hat zur Folge, dass die ehemaligen Physiotherapieschulen schliessen, von einer Fachhochschule übernommen werden oder mittels Verbundlösungen als "Filiale" einer bestehenden Fachhochschule Gesundheit ab Herbst 2007 Grundausbildungen anbieten.

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